Allgemeine Geschäftsbedingungen
Stand: 13.08.2026
Diese AGB regeln die Nutzung der ioumi-Plattform und gliedern sich in drei Teile:
- Teil A enthält allgemeine Bestimmungen, die für alle Nutzer der Plattform gelten.
- Teil B enthält besondere Bestimmungen für Verkäufer, die die Plattform aktiv nutzen.
- Teil C enthält Bestimmungen für Endkunden, die über die Plattform Verträge mit Verkäufern abschließen oder Zahlungen leisten.
Teil A: Allgemeine Bestimmungen
§ 1 Geltungsbereich und Vertragsparteien
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für sämtliche Vertragsverhältnisse zwischen der ioumi GmbH, Bahnhofstraße 8a, 6922 Wolfurt, Österreich, eingetragen im Firmenbuch des Landesgerichts Feldkirch unter FN 672206p (nachfolgend „ioumi“) und den Nutzern der ioumi-Plattform.
(2) Nutzer im Sinne dieser AGB sind:
- Verkäufer: Unternehmer im Sinne des § 1 Unternehmensgesetzbuch, die sich auf der ioumi-Plattform registrieren und die Plattform-Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
- Endkunden: Natürliche oder juristische Personen, die über die ioumi-Plattform Verträge mit Verkäufern abschließen oder Zahlungen an Verkäufer leisten.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen der Verkäufer oder Endkunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, ioumi stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
§ 2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser AGB bedeuten:
- Plattform: Die unter app.ioumi.com sowie deren Unterdomänen (api.ioumi.com, pay.ioumi.com, files.ioumi.com) erreichbare Software-as-a-Service-Lösung von ioumi.
- Verkäufer: Ein bei ioumi registrierter Unternehmer, der die Plattform zur Erstellung von Verträgen, Rechnungen und zur Abwicklung von Zahlungen nutzt.
- Endkunde: Der Vertragspartner des Verkäufers, der über die Plattform Verträge unterzeichnet oder Zahlungen leistet.
- Deal: Ein individuell ausgehandelter, digital signierter Vertrag zwischen Verkäufer und Endkunde.
- Sale: Eine über die Plattform abgewickelte Bestellung, die einem Deal oder einem Zahlungslink zugrunde liegt.
- Externer Zahlungsdienstleister: Stripe Payments Europe Limited mit Sitz in Dublin, Irland, die als Zahlungsdienstleister sämtliche Zahlungsabwicklungen über die Plattform durchführt.
- Wallet: Das beim externen Zahlungsdienstleister geführte Konto des Verkäufers (Stripe Connect Account), auf dem eingehende Zahlungen vor Auszahlung gehalten werden.
- Dispute: Jede Beanstandung einer Zahlung durch den Endkunden bei dessen Zahlungsdienstleister oder Kartenherausgeber, die zu einer vorläufigen oder endgültigen Rückbelastung des Zahlungsbetrags führt, insbesondere Chargebacks bei Kartenzahlungen und Rücklastschriften bei SEPA-Lastschriften.
§ 3 Beta-Phase
(1) Die ioumi-Plattform befindet sich derzeit in einer Beta-Phase. Funktionsumfang, Performance und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern.
(2) ioumi gibt während der Beta-Phase keine Zusicherungen über die ununterbrochene Verfügbarkeit, die Fehlerfreiheit oder die Leistungsfähigkeit der Plattform.
(3) Die Haftung von ioumi während der Beta-Phase ist gemäß den nachfolgenden Bestimmungen eingeschränkt.
(4) ioumi wird Verkäufer rechtzeitig informieren, sobald die Beta-Phase endet und die regulären Bedingungen vollumfänglich in Kraft treten.
§ 4 Änderungen der AGB
(1) ioumi ist berechtigt, diese AGB anzupassen, soweit dafür sachliche Gründe vorliegen, insbesondere Änderungen der Rechtslage oder Rechtsprechung, Anforderungen des externen Zahlungsdienstleisters oder der Kartennetzwerke, technische Weiterentwicklungen der Plattform, das Ende der Beta-Phase oder die Schließung von Regelungslücken. Änderungen, die das vertragliche Äquivalenzverhältnis wesentlich zulasten des Verkäufers verschieben (insbesondere Erhöhungen der Grundgebühr oder der Transaktionsgebühren während laufender Vertragsperiode), sind von der Zustimmungsfiktion nach Abs 2 nicht umfasst und bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Verkäufers.
(2) Änderungen werden Verkäufern per E-Mail an die im Account hinterlegte Adresse mitgeteilt und gelten als angenommen, wenn der Verkäufer ihnen nicht innerhalb von sechs Wochen nach Zugang der Mitteilung widerspricht. ioumi weist den Verkäufer in der Mitteilung gesondert auf diese Frist und die Rechtsfolgen hin.
(3) Bei Widerspruch ist jede Partei berechtigt, das Vertragsverhältnis mit einer Frist von 30 Tagen ordentlich zu kündigen.
Teil B: Bestimmungen für Verkäufer
§ 5 Leistungsumfang von ioumi gegenüber Verkäufern
(1) ioumi stellt Verkäufern eine cloudbasierte Software-Plattform zur Verfügung, die insbesondere folgende Funktionen umfasst:
a) Erstellung digitaler Verträge mit elektronischer Signatur und Audit-Trail,b) Erstellung und Versand von Rechnungen und Gutschriften,c) Abwicklung von Zahlungen über den externen Zahlungsdienstleister,d) Erstellung und Verwaltung von Zahlungslinks und Checkout-Seiten für standardisierte Produkte,e) Bereitstellung eines Kundenportals für die Endkunden des Verkäufers, in das diese über Magic-Links Zugang erhalten,f) Eigenes Branding (Logo, Farben) für den Verkäufer auf signierten Dokumenten, Rechnungen, Zahlungs- und Signaturseiten sowie E-Mails,g) Auszahlung erhaltener Beträge auf das vom Verkäufer hinterlegte Bankkonto,h) Export-Funktionen für Rechnungen, Transaktionen und Belege.
(2) Nicht Teil der Leistung sind:
a) Rechtsberatung jeglicher Art,b) Steuerberatung jeglicher Art,c) Inhaltliche Prüfung der vom Verkäufer erstellten Verträge, Rechnungen oder sonstigen Dokumente,d) Identitätsprüfung der Endkunden des Verkäufers,e) Forderungseinzug oder Inkasso bei säumigen Endkunden.
(3) ioumi tritt nicht als Vertragspartner zwischen Verkäufer und Endkunde auf. Die Vertragsbeziehung zwischen Verkäufer und Endkunde besteht ausschließlich zwischen diesen beiden Parteien.
§ 6 Registrierung und Account
(1) Die Nutzung der Plattform setzt eine Registrierung als Verkäufer voraus. Mit der Registrierung versichert der Verkäufer, dass:
a) er Unternehmer im Sinne des § 1 UGB ist,b) sämtliche bei der Registrierung gemachten Angaben wahrheitsgemäß und aktuell sind,c) er zur Vertretung des angegebenen Unternehmens berechtigt ist.
(2) Der Verkäufer ist verpflichtet, seine Account-Daten stets aktuell zu halten, insbesondere bei Änderungen der Firmierung, Anschrift, UID-Nummer oder Bankverbindung.
(3) Der Verkäufer hat seine Zugangsdaten geheim zu halten und vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Bei Verdacht auf Missbrauch ist ioumi unverzüglich zu informieren.
(4) Eine Übertragung des Accounts auf Dritte ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von ioumi zulässig.
§ 7 KYC und Onboarding beim externen Zahlungsdienstleister
(1) Vor der ersten Auszahlung muss der Verkäufer das Onboarding beim externen Zahlungsdienstleister vollständig durchlaufen. Dies umfasst insbesondere die Übermittlung von Identifikations- und Unternehmensdaten zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben des Zahlungsdienstleisters (Know-Your-Customer, Anti-Geldwäsche).
(2) ioumi nimmt selbst keine KYC-Prüfung vor. Die Prüfung und Entscheidung über die Freigabe des Zahlungs-Accounts obliegt ausschließlich dem externen Zahlungsdienstleister.
(3) Verzögerungen, Ablehnungen oder Sperrungen durch den externen Zahlungsdienstleister liegen außerhalb des Einflussbereichs von ioumi und begründen keine Haftung von ioumi gegenüber dem Verkäufer.
(4) Der externe Zahlungsdienstleister ist berechtigt, auch nach dem Onboarding jederzeit zusätzliche Informationen, Nachweise oder Verifikationen anzufordern sowie Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere die Sperrung oder Einschränkung des Zahlungs-Accounts, die Zurückhaltung von Auszahlungen oder die Ablehnung einzelner Zahlungen oder Endkunden. ioumi ist berechtigt und gegebenenfalls verpflichtet, solche Vorgaben umzusetzen.
(5) Der Verkäufer ist verpflichtet, vom externen Zahlungsdienstleister oder von ioumi angeforderte Informationen und Nachweise unverzüglich und vollständig beizubringen. Solange der Verkäufer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, können Auszahlungen zurückgehalten und Plattform-Funktionen eingeschränkt bleiben, ohne dass ioumi hieraus eine Haftung trifft.
§ 8 Preismodell
(1) ioumi bietet folgende Pricing-Pläne an:
a) Free Plan: kostenlose Nutzung der Plattform mit höheren Transaktionsgebühren. Jeder neu registrierte Verkäufer befindet sich automatisch im Free Plan.b) Bezahlte Pläne (Starter, Growth, Scale): monatliche oder jährliche Grundgebühr mit niedrigeren Transaktionsgebühren. Der Funktionsumfang und die genauen Konditionen sind unter ioumi.com/price einsehbar.c) Custom-Pläne: individuell verhandelte Konditionen für Verkäufer mit besonderen Anforderungen.
(2) Die Höhe der Grundgebühren sowie der Transaktionsgebühren ergibt sich aus der jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Preisliste.
(3) Transaktionsgebühren bestehen aus einem prozentualen Anteil am Brutto-Transaktionsbetrag sowie einem fixen Betrag pro Transaktion. Die genaue Höhe richtet sich nach Zahlungsmethode und Region des Endkunden.
(4) Sämtliche Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
§ 9 Abrechnung und Zahlungsabwicklung
(1) Grundgebühr:
a) Beim Monatsabo wird die Grundgebühr monatlich im Voraus berechnet.b) Beim Jahresabo wird die Grundgebühr jährlich im Voraus berechnet.c) Bei Upgrade während einer laufenden Abrechnungsperiode wird die Differenz zur höheren Grundgebühr aliquot berechnet und sofort fällig.d) Bei Downgrade wird das geringere Paket ab der nächsten Abrechnungsperiode wirksam.e) Die Grundgebühr ist jeweils am ersten Tag der Abrechnungsperiode zur Zahlung fällig und wird spesen- und abzugsfrei über die vom Verkäufer hinterlegte Zahlungsmethode eingezogen. Der Verkäufer ermächtigt ioumi zum Einzug der fälligen Beträge.f) Schlägt der Einzug aus Gründen fehl, die der Verkäufer zu vertreten hat (z. B. unzureichende Deckung, abgelaufene Karte), ist ioumi zu weiteren Einzugsversuchen berechtigt; nachgewiesene Mehrkosten trägt der Verkäufer.
(2) Transaktionsgebühren: werden bei jeder Transaktion direkt von der eingegangenen Zahlung abgezogen, bevor diese dem Wallet des Verkäufers gutgeschrieben wird. Eine monatliche Übersicht über sämtliche angefallene Gebühren wird dem Verkäufer zur Verfügung gestellt.
(3) Zusätzliche Gebühren:
a) Bei Disputes fällt eine Dispute-Gebühr gemäß Preisliste an, die zusätzlich zur Transaktionsgebühr berechnet wird; die Kostentragung richtet sich nach § 11.b) Optional gebuchte Service-Pakete (Onboarding-Begleitung, Migration, Automatisierung) werden gemäß Vereinbarung gesondert berechnet.
(4) Umsatzsteuer-Behandlung:
a) Für Verkäufer mit Sitz in Österreich wird die gesetzliche österreichische Umsatzsteuer von derzeit 20 % berechnet.b) Für Verkäufer mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat und gültiger UID-Nummer erfolgt die Rechnungsstellung im Reverse-Charge-Verfahren ohne Umsatzsteuer.c) Für Verkäufer mit Sitz in einem Drittland erfolgt die Rechnungsstellung ohne Umsatzsteuer.
§ 10 Auszahlung an den Verkäufer
(1) Auszahlungen vom Wallet auf das vom Verkäufer hinterlegte Bankkonto erfolgen standardmäßig wöchentlich nach Ablauf einer Haltefrist von sieben Tagen.
(2) ioumi behält sich vor, die Auszahlung im Einzelfall zurückzustellen, wenn:
a) gegen den Verkäufer offene Dispute-Verfahren laufen,b) der externe Zahlungsdienstleister die Auszahlung blockiert oder zusätzliche Nachweise anfordert (§ 7 Abs 4 und 5),c) hinreichende Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen diese AGB oder geltende Gesetze vorliegen.
(3) Die Beträge im Wallet werden auf Konten des externen Zahlungsdienstleisters geführt. Es handelt sich nicht um ein Bankkonto im Sinne des Bankwesengesetzes.
§ 11 Disputes, Chargebacks und Negative Wallet
(1) Da die Leistungsbeziehung ausschließlich zwischen Verkäufer und Endkunde besteht, wird der Betrag einer angefochtenen oder rückgebuchten Zahlung dem Wallet des Verkäufers belastet.
(2) Disputes werden von ioumi nicht bestritten; der angefochtene Betrag wird dem Endkunden rückerstattet. Die zugrunde liegende Forderung des Verkäufers gegen den Endkunden bleibt davon unberührt; die zugehörige Rechnung gilt als nicht beglichen. Die weitere Geltendmachung der Forderung gegenüber dem Endkunden obliegt ausschließlich dem Verkäufer (§ 5 Abs 2 lit e).
(3) Die Dispute-Gebühr gemäß Preisliste trägt der Verkäufer, wenn der Dispute seiner Sphäre zuzurechnen ist, insbesondere bei Beanstandungen der Leistung, unklaren Abbuchungstexten oder Verstößen gegen § 13. Beruht der Dispute nachweislich auf einem technischen Fehler der Plattform, trägt ioumi die Gebühr.
(4) Negative Wallet: Falls das Wallet des Verkäufers durch Disputes, Refunds oder sonstige Belastungen ins Negative gerät, ist der Verkäufer zum Ausgleich verpflichtet. Der Verkäufer stimmt im Onboarding-Prozess ausdrücklich zu, dass ioumi in diesem Fall das hinterlegte Bankkonto im erforderlichen Umfang belasten kann (Lastschrifteinzug zum Ausgleich des Negativ-Saldos).
(5) Ist ein Lastschrifteinzug nicht möglich oder wird er widerrufen, ist der ausstehende Betrag binnen 14 Tagen nach Aufforderung durch ioumi auszugleichen. Bei Nichtzahlung ist ioumi zur gerichtlichen Geltendmachung sowie zur außerordentlichen Kündigung gemäß § 14 berechtigt.
§ 12 Vertragslaufzeit und Kündigung des Verkäufer-Vertrags
(1) Mindestlaufzeit:
a) Beim Monatsabo beträgt die Mindestlaufzeit einen Monat.b) Beim Jahresabo beträgt die Mindestlaufzeit zwölf Monate.
(2) Automatische Verlängerung: Wird das Abo nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert es sich um die ursprünglich vereinbarte Laufzeit (Monat bzw. Jahr).
(3) Kündigung des Abos durch den Verkäufer:
a) Der Verkäufer kann sein bezahltes Abo jederzeit über die Plattform-Funktion „Cancel Subscription“ zum Ende der aktuellen Abrechnungsperiode kündigen.b) Nach Wirksamwerden der Kündigung fällt der Account automatisch auf den Free Plan zurück. Der Account bleibt aktiv und laufende Verträge mit Endkunden werden weiter abgewickelt.
(4) Account-Löschung durch den Verkäufer: Der Verkäufer kann seinen Account vollständig löschen, sofern keine offenen Zahlungen aus Verträgen mit Endkunden mehr ausstehen. Bei der Löschung wird:
a) das verbundene Konto beim externen Zahlungsdienstleister deaktiviert,b) eine Soft-Delete-Speicherung der Daten für die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von sieben Jahren gemäß § 132 BAO vorgenommen,c) nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist eine vollständige Löschung durchgeführt.
(5) Datenexport vor Löschung: Der Verkäufer kann seine Daten und die Endkundendaten vor der Löschung exportieren. ioumi stellt hierfür eine Export-Funktion zur Verfügung.
§ 13 Pflichten des Verkäufers
(1) Der Verkäufer ist insbesondere verpflichtet:
a) Sämtliche Inhalte seiner Verträge, Rechnungen und sonstigen über die Plattform erstellten Dokumente rechtskonform zu gestalten. Dies umfasst insbesondere zivilrechtliche, steuerrechtliche, gewerberechtliche, datenschutzrechtliche und verbraucherrechtliche Bestimmungen.
b) Bei Verträgen mit Verbrauchern (B2C) die einschlägigen verbraucherschutzrechtlichen Vorgaben einzuhalten, insbesondere zu Informationspflichten, Widerrufsrechten und unzulässigen Klauseln.
c) Eigene AGB und Datenschutzhinweise für seine Vertragsbeziehungen mit Endkunden zur Verfügung zu stellen, soweit dies rechtlich erforderlich oder zweckmäßig ist. ioumi empfiehlt allen Verkäufern die Hinterlegung eigener AGB; bei Verträgen mit Verbrauchern ist eine eigene AGB-Grundlage in der Regel rechtlich erforderlich.
d) Die korrekte Erfüllung steuerlicher Pflichten gegenüber den Finanzbehörden sicherzustellen, insbesondere Umsatzsteuerbehandlung, Rechnungsangaben gemäß § 11 UStG sowie ordnungsgemäße Buchführung.
e) Keine rechtswidrigen, irreführenden, sittenwidrigen oder gegen gute Sitten verstoßenden Inhalte über die Plattform zu erstellen oder zu versenden.
f) Mit ioumi bei der Prüfung von Disputes oder anderen vom externen Zahlungsdienstleister angeforderten Vorgängen unverzüglich und vollständig zu kooperieren.
g) Markenrechte und sonstige gewerbliche Schutzrechte Dritter zu wahren. Insbesondere darf der Verkäufer nur eigene oder rechtmäßig lizenzierte Logos und Markenzeichen hochladen.
h) Die DSGVO gegenüber den eigenen Endkunden eigenverantwortlich einzuhalten. ioumi verarbeitet Endkundendaten als Auftragsverarbeiter (siehe § 17).
i) In seinen Vertragsbeziehungen mit Endkunden die Abwicklung der Zahlung über die von ioumi bereitgestellte Zahlungsinfrastruktur einschließlich der dafür erforderlichen Datenverarbeitung zu vereinbaren sowie den Endkunden über die Funktionsweise der elektronischen Signatur, des Audit-Trails und des Kundenportals zu informieren.
(2) Der Verkäufer hält ioumi hinsichtlich sämtlicher Ansprüche Dritter (einschließlich Endkunden, Behörden und des externen Zahlungsdienstleisters), die auf einer Verletzung der Pflichten nach diesem § 13 oder auf den vom Verkäufer angebotenen Leistungen und Inhalten beruhen, vollumfänglich schad- und klaglos. Dies umfasst die angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung. ioumi informiert den Verkäufer unverzüglich über geltend gemachte Ansprüche.
§ 14 Außerordentliche Kündigung durch ioumi
(1) ioumi ist zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigt, wenn:
a) der Verkäufer schwerwiegend gegen diese AGB oder geltendes Recht verstößt,b) der externe Zahlungsdienstleister den Verkäufer sperrt oder die Zusammenarbeit beendet,c) der Verkäufer rechtswidrige Inhalte über die Plattform verbreitet,d) hinreichende Anhaltspunkte für Geldwäsche, Betrug oder sonstiges strafbares Verhalten im Zusammenhang mit der Plattformnutzung vorliegen,e) der Verkäufer vom externen Zahlungsdienstleister oder einem Kartennetzwerk in ein Dispute- oder Fraud-Monitoring-Programm aufgenommen wird oder die von diesen vorgegebenen Dispute-Schwellenwerte überschreitet und trotz Aufforderung binnen angemessener Frist keine Abhilfe schafft oder angeforderte Nachweise nicht beibringt,f) der Verkäufer mit Zahlungsverpflichtungen gegenüber ioumi länger als 30 Tage in Verzug ist.
(2) Bei weniger schwerwiegenden Verstößen wird ioumi den Verkäufer zunächst unter Setzung einer Frist von mindestens 14 Tagen zur Abhilfe auffordern. Wird die Frist erfolglos versäumt, ist ioumi zur außerordentlichen Kündigung berechtigt.
(3) Im Falle einer außerordentlichen Kündigung werden laufende Auszahlungen bis zur Klärung aller offenen Vorgänge zurückbehalten.
§ 15 Custom-Pläne und individuelle Vereinbarungen
(1) ioumi und der Verkäufer können von diesen AGB abweichende Vereinbarungen in Form eines individuellen Angebots (Side-Letter, Custom Plan Agreement) treffen.
(2) Im Falle eines Widerspruchs zwischen einer solchen individuellen Vereinbarung und diesen AGB gehen die Regelungen der individuellen Vereinbarung vor.
(3) Soweit eine individuelle Vereinbarung keine abweichenden Regelungen enthält, gelten ergänzend diese AGB.
(4) Individuelle Vereinbarungen können insbesondere abweichende Grundgebühren, Transaktionsgebühren, Auszahlungszyklen, Service-Pakete oder die Abrechnung außerhalb der Plattform (z. B. per separater Rechnung von ioumi an den Verkäufer) umfassen.
§ 16 Service-Pakete und Subunternehmer
(1) ioumi bietet optional kostenpflichtige Service-Pakete an, insbesondere zu folgenden Themen:
a) Onboarding-Begleitung,b) Datenmigration von anderen Systemen,c) Aufbau von Automatisierungen und Integrationen.
(2) ioumi ist berechtigt, zur Erbringung von Service-Paketen Subunternehmer einzusetzen, insbesondere die lab01 GmbH. Vertragspartner des Verkäufers bleibt in allen Fällen die ioumi GmbH.
(3) ioumi haftet für ihre Subunternehmer wie für eigene Erfüllungsgehilfen.
§ 17 Datenverarbeitung und Auftragsverarbeitung
(1) ioumi verarbeitet personenbezogene Daten, die der Verkäufer im Rahmen seiner Plattform-Nutzung verarbeitet (insbesondere Endkundendaten), ausschließlich im Auftrag des Verkäufers. Der Verkäufer ist Verantwortlicher im Sinne der DSGVO, ioumi ist Auftragsverarbeiter gemäß Art. 28 DSGVO.
(2) Mit Akzeptanz dieser AGB schließt der Verkäufer mit ioumi den als Anhang zu diesen AGB veröffentlichten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ab. Der AVV ist Bestandteil dieser AGB.
(3) Eigene personenbezogene Daten des Verkäufers (Account-Daten, Onboarding-Informationen, KYC-Daten) werden von ioumi als eigener Verantwortlicher verarbeitet. Die Einzelheiten sind in der Datenschutzerklärung von ioumi unter ioumi.com/legal/privacy beschrieben.
§ 18 Plattform-Branding
(1) Verkäufer können eigenes Branding (Logo, Farben) auf der Plattform hinterlegen. Das Branding wird angezeigt auf:
a) Verträgen und Vertragsdokumenten,b) Rechnungen und Gutschriften,c) Signaturseiten,d) Zahlungs- und Checkout-Seiten,e) E-Mails an Endkunden des Verkäufers,f) Kundenportal-Seiten der Endkunden.
(2) E-Mails an Endkunden werden über die Domain no-reply@ioumi.com versendet. Als Absendername wird der
Name des Verkäufers angezeigt. Als Reply-To-Adresse wird die vom Verkäufer hinterlegte Support-Adresse genutzt. Eine
vollständige White-Label-Lösung mit eigener Domain ist nicht Teil des Leistungsumfangs.
(3) Der Hinweis „Powered by ioumi“ bleibt auf signierten Dokumenten, Checkout-Seiten und im Kundenportal sichtbar.
(4) Der Verkäufer räumt ioumi das nicht-ausschließliche, zeitlich auf die Vertragslaufzeit beschränkte Nutzungsrecht an seinem Logo und seinen Markenzeichen ein, soweit dies zur Erbringung der Plattform-Leistungen erforderlich ist.
(5) ioumi darf den Verkäufer mit Firmenname und Logo als Referenzkunden nennen, sofern der Verkäufer dem zuvor zugestimmt hat. Die Zustimmung kann formlos (z. B. per E-Mail) erteilt werden und ist jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerruflich. Case Studies und Testimonials bedürfen einer gesonderten Zustimmung.
Teil C: Bestimmungen für Endkunden
§ 19 Vertragsbeziehung
(1) Der Vertrag über die vom Verkäufer angebotenen Leistungen kommt ausschließlich zwischen Verkäufer und Endkunde zustande. ioumi wird nicht Vertragspartner dieses Leistungsvertrags. Reklamationen, Mängelansprüche, Rücktritts- und Widerrufsrechte sowie sonstige Ansprüche aus dem Leistungsvertrag sind direkt gegenüber dem Verkäufer geltend zu machen.
(2) Mit Bestätigung der entsprechenden Checkbox auf der Signatur- oder Zahlungsseite kommt zwischen ioumi und dem Endkunden ein unentgeltliches Nutzungsverhältnis über die rein technische Nutzung der Plattform (elektronische Signatur, Zahlungsabwicklung, Kundenportal) zustande, für das die Bestimmungen dieses Teils C gelten.
(3) Über das Nutzungsverhältnis nach Abs 2 hinaus begründet die Nutzung der Plattform keine Pflichten des Endkunden gegenüber ioumi. Pflichten des Endkunden im Zusammenhang mit der Leistung ergeben sich ausschließlich aus seinem Vertrag mit dem Verkäufer sowie aus zwingendem Recht.
§ 20 Elektronische Signatur und Audit-Trail
(1) Verträge zwischen Verkäufern und Endkunden werden über die Plattform elektronisch signiert. Die Signatur erfolgt durch handgezeichnete Eingabe oder durch Eingabe des Namens in das dafür vorgesehene Feld nach Bestätigung der erforderlichen Checkbox.
(2) Es handelt sich um eine einfache elektronische Signatur im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS-Verordnung).
(3) ioumi protokolliert zur Sicherung der Beweiskraft der elektronischen Signatur folgende Daten (Audit-Trail):
a) IP-Adresse des Endkunden,b) Zeitstempel der Signatur,c) User-Agent (Browser, Betriebssystem),d) Versionsstand der akzeptierten Dokumente (Vertrag, AGB des Verkäufers, Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweise von ioumi),e) Hash-Wert des Vertragsdokuments zum Signaturzeitpunkt,f) E-Mail-Adresse, an die der Vertrag versendet wurde.
(4) Der Audit-Trail wird gemeinsam mit dem signierten Vertragsdokument für die Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht gespeichert.
§ 21 Kundenportal und Magic-Link-Authentifizierung
(1) Endkunden haben über das Kundenportal Zugriff auf:
a) ihre aktuellen und vergangenen Verträge,b) ihre Rechnungen und Zahlungsbestätigungen,c) den Status laufender Zahlungspläne,d) die Verwaltung ihrer Zahlungsmethoden.
(2) Die Authentifizierung zum Kundenportal erfolgt mittels Magic-Link. Der Endkunde gibt seine E-Mail-Adresse ein und erhält per E-Mail einen einmaligen Anmelde-Link. Der Klick auf den Link führt zur direkten Anmeldung im Kundenportal.
(3) Magic-Links sind nur einmalig und für einen begrenzten Zeitraum gültig. Nach Ablauf oder Nutzung wird der Link automatisch entwertet.
(4) Magic-Links sind persönliche Zugangslinks und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden, da Dritte damit Zugriff auf das Kundenportal des Endkunden erhalten. Für Schäden aus einer Weitergabe durch den Endkunden haften ioumi und der Verkäufer nur nach Maßgabe des § 25.
§ 22 Zahlungsabwicklung
(1) Sämtliche Zahlungen zwischen Endkunde und Verkäufer werden über den externen Zahlungsdienstleister abgewickelt.
(2) Bei Erstellung einer Zahlung erfasst der Endkunde seine Zahlungsdaten (Karteninformationen, SEPA-Lastschriftdaten) direkt beim externen Zahlungsdienstleister. ioumi hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf vollständige Karten- oder Kontodaten.
(3) Im Rahmen der Zahlungsabwicklung werden Daten an den externen Zahlungsdienstleister übermittelt. Einzelheiten zur Datenverarbeitung sind in der Datenschutzerklärung von ioumi sowie in den Datenschutzbestimmungen des externen Zahlungsdienstleisters einsehbar.
§ 23 Verantwortlichkeit für Vertragsinhalte
(1) ioumi prüft die Inhalte der zwischen Verkäufer und Endkunde geschlossenen Verträge nicht.
(2) Sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Leistungsvertrag richten sich ausschließlich gegen den Verkäufer als Vertragspartner des Endkunden.
(3) ioumi vermittelt zwischen Endkunde und Verkäufer nur dann, wenn dies im Einzelfall ausdrücklich vereinbart wird.
§ 24 Plattform-Verfügbarkeit gegenüber Endkunden
(1) ioumi bemüht sich um eine hohe Verfügbarkeit der Plattform, schuldet dem Endkunden im Rahmen des unentgeltlichen Nutzungsverhältnisses jedoch keine bestimmte Verfügbarkeit oder Funktionalität.
(2) Bei technischen Störungen, die das Aufrufen von Verträgen, das Leisten von Zahlungen oder die Nutzung des Kundenportals beeinträchtigen, kann sich der Endkunde an den Verkäufer wenden. Der Verkäufer wird die Angelegenheit gegebenenfalls mit ioumi klären.
Teil D: Gemeinsame Schlussbestimmungen
§ 25 Haftung
(1) ioumi haftet bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit unbeschränkt.
(2) Gegenüber Verkäufern haftet ioumi bei leichter Fahrlässigkeit nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), begrenzt auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden. Bei Verletzung von Nebenpflichten ist die Haftung darüber hinaus der Höhe nach begrenzt auf den zwölffachen Betrag der monatlichen Grundgebühr des im Zeitpunkt des Schadenereignisses aktuellen Plans; bei Verkäufern im Free Plan ist die Haftung in diesen Fällen auf insgesamt 250,00 € pro Kalenderjahr beschränkt.
(3) Gegenüber Endkunden ist die Haftung von ioumi im Rahmen des unentgeltlichen Nutzungsverhältnisses (§ 19 Abs 2) bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen; die Haftung nach Abs 1 bleibt unberührt.
(4) ioumi haftet nicht für:
a) entgangenen Gewinn, mittelbare Schäden oder Folgeschäden, soweit nicht Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen,b) Datenverluste, soweit der Verkäufer die Möglichkeit zur regelmäßigen Sicherung seiner Daten durch die bereitgestellte Export-Funktion nicht genutzt hat,c) Inhalte der von Verkäufern erstellten Verträge, Rechnungen oder sonstigen Dokumente,d) steuerliche Folgen aus der Tätigkeit des Verkäufers,e) Forderungsausfälle des Verkäufers gegenüber dessen Endkunden,f) Handlungen, Unterlassungen, Verzögerungen oder Sperrungen durch den externen Zahlungsdienstleister, soweit ioumi weder ein Auswahl- noch ein Überwachungsverschulden trifft und dem externen Zahlungsdienstleister weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt,g) Ausfälle von Diensten Dritter, die außerhalb des Einflussbereichs von ioumi liegen, insbesondere Internet- und Telekommunikationsausfälle sowie Browser-Fehler des Nutzers; für von ioumi eingebundene Dienstleister gilt lit f sinngemäß.
(5) Während der Beta-Phase ist die Haftung von ioumi für leichte Fahrlässigkeit zusätzlich auf typische, im Beta-Betrieb erkennbare Risiken beschränkt.
(6) Die Haftung nach zwingenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere nach dem Produkthaftungsgesetz, bleibt unberührt.
§ 26 Geistige Eigentumsrechte
(1) Sämtliche Rechte an der ioumi-Plattform, einschließlich Software, Quellcode, Design, Marken und Domains, verbleiben bei ioumi bzw. den Lizenzgebern von ioumi.
(2) Der Verkäufer erhält für die Dauer des Vertragsverhältnisses ein nicht-ausschließliches, nicht übertragbares Nutzungsrecht zur bestimmungsgemäßen Verwendung der Plattform.
(3) Vom Verkäufer erstellte Inhalte (Vertragstexte, Templates, Logos, Branding-Elemente) verbleiben im Eigentum des Verkäufers. Der Verkäufer räumt ioumi die zur Erbringung der Plattform-Leistungen erforderlichen Nutzungsrechte ein.
(4) Eine Rückentwicklung, Dekompilierung oder sonstige Untersuchung der Plattform-Software ist nur in den vom Gesetz zwingend erlaubten Fällen zulässig.
§ 27 Recht und Gerichtsstand
(1) Auf sämtliche Rechtsverhältnisse zwischen ioumi und Nutzern findet ausschließlich österreichisches Recht Anwendung, unter Ausschluss des UN-Kaufrechts und der Verweisungsnormen des Internationalen Privatrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt dies nur, soweit dem nicht zwingende Bestimmungen des Rechts des Staates entgegenstehen, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB ist Dornbirn, Österreich, soweit der Nutzer Unternehmer ist.
(3) Bei Streitigkeiten mit Verbrauchern bleibt der gesetzliche Gerichtsstand unberührt.
§ 28 Schlussbestimmungen
(1) Textform: Änderungen und Ergänzungen dieser AGB bedürfen der Textform. Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Textformerfordernisses.
(2) Übertragungsverbot: Eine Übertragung von Rechten oder Pflichten aus diesem Vertrag durch den Verkäufer auf Dritte bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung von ioumi. Dies gilt nicht für die Abtretung von Geldforderungen (§ 1396a ABGB).
(3) Salvatorische Klausel: Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon nicht berührt. Gegenüber Unternehmern tritt an die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung diejenige wirksame und durchführbare Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.